Ich hatte ein Blitzbein und staubige Schuhe

Wie fühlt sich der Bachmannpreis an? Wer sollte das besser wissen als der jüngste Gewinner. Der freilich lieber ein Loblied auf den Wettbewerb singt

Feuilleton | Erlebnisaufsatz: Tex Rubinowitz | aus FALTER 28/14 vom 09.07.2014

Der Bachmannpreis ist einer von 346 Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum, Belgien zum Vergleich hat nur einen einzigen (De Gouden Uil). Für den Bachmannpreis muss man etwas tun, für die anderen Preise muss man etwas getan haben.

Ich hab viel getan, aber noch nie einen Preis bekommen oder gewonnen, außer mal einen Wasserball als Fünfjähriger. Damals konnte ich weder lesen noch schreiben, aber Bälle kann man ja auch nicht lesen, allenfalls Fußballballspiele.

Beim Bachmann-Wettbewerb, so geht das Vorurteil, wird man filetiert, gefoppt und zusammengefaltet, man setzt sich einer unmenschlichen Prüfungssituation aus, aus der nur die Juroren als Sieger hervorgehen.

Vom eigentlichen Sieger hört man danach nie wieder etwas. Die, die das behaupten, kennen den Bachmann-Wettbewerb oder die Tage der deutschsprachigen Literatur, wie es korrekt heißt, auch gar nicht, sie machen sich nicht die Mühe, das anzusehen. Wozu auch, sie wissen ja bereits, was da abläuft.

Was die Kritiker nicht sehen


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