Nüchtern betrachtet

Schnapsen die Eltern, dann tanzen die Kinder

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 28/14 vom 09.07.2014

Wer sich in Familie begibt, kommt darin um. Andererseits ist es ganz praktisch, wenn man zum Beispiel Geschwister hat, denn die erinnern sich an Dinge aus der gemeinsamen Jugend, die man selbst längst vergessen hat. Ich habe zum Beispiel vergessen, wie schnell man seinerzeit vergessen hat, wie die eigene Wohnung aussieht. Nicht zuletzt deswegen waren, wie mein Bruder unlängst meinte, die Ferien auch so toll: Man kam heim und stand staunend in der eigenen Wohnung wie der Protagonist aus einem Memory-Thriller. Irgendwie kommt mir dieser seegrasgefüllte Pouf bekannt vor. Die bemalte Bauerntruhe aber auch! Und das Instrument, das an der Wand hängt - mir will scheinen, dass es Gusle genannt wird.

Wie man sieht, habe ich als Bub in einem Völkerkundemuseum gewohnt. Die darin ausgestellten Stücke hat mein Vater, der in den 60er-Jahren ganz schön rumkam in der Welt, aus ebendieser mitgebracht. Deswegen konnte ich im Fasching auch als Ölscheich gehen: Kufiya und Agal lagen im Schlafzimmerkasten


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