Musiktheater Kritik

Genaue Botschaft ohne Belle-Epoque-Aufputz

Lexikon | HR | aus FALTER 28/14 vom 09.07.2014

Vorhänge und ein Stuhl: Präzis und genau der Musik folgend erzählt Peter Konwitschny die Geschichte der "vom Weg abgekommenen" Hure "La Traviata", wobei ein paar überflüssige Balletteinlagen im Zeitgeist der Epoche gestrichen werden konnten. Für dessen Monstrositäten sorgte umso mehr das tolle Agieren des Schönberg-Chors. Überragender menschlicher Mittelpunkt war die Singschauspielerin der Violetta, mit kühlem, schönem Legato und wenig Auftrumpfen in den Koloraturen. Passend machistisch und brutal Roberto Frontali als Vater Germont, ein verwirrter Depp der Sohn Alfredo. Alle hauen ab in den Zuschauerraum, um Violetta mutterseelenallein zu lassen. Das ORF-Orchester spielte zupackend - da braucht niemand zu meckern. Und über Konwitschny sowieso nicht.

Theater an der Wien, Fr 19.30 (letztmals)


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