Kolumne Außenpolitik

US-Handelsabkommen TTIP: der Glaubenskrieg ums Chlorhuhn

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 28/14 vom 09.07.2014

Was in Handelsabkommen steht, ist der Öffentlichkeit normalerweise herzlich egal. Wo genau Kosmetika untersucht werden und wie lange, ist eine Frage für Experten. Dass Autos in Europa orange blinken müssen, in den USA aber rot, bemerken nicht einmal aufmerksame Reisende.

Aber plötzlich gehen die Emotionen hoch: Das Chlorbad gegen Salmonellen bei Hühnern entsetzt die Europäer, bei Rohmilchkäse wird den Amerikanern übel. Kein europäischer Test hat Nachteile durch das Chlorbad bewiesen. Der in den USA verpönte Roquefort tut der Gesundheit der Franzosen keinen Abbruch. Aber was aus der Fremde kommt, macht misstrauisch.

Unter Ökonomen tobt zum Freihandel der Glaubenskrieg. Eine Öffnung der Grenzen erhöht die Vielfalt, fördert den Fortschritt und beschleunigt die Arbeitsteilung, lautet die Lehrmeinung der Befürworter. Verschärfte Konkurrenz zerstört gewachsene Strukturen und hilft potenten Ausländern, warnen die Kritiker.

Meist argumentieren in Handelsfragen die Stärkeren internationalistisch,


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