Schwatzende Amseln, swingende Verse: Wenig herausragende Texte beim heurigen Bachmannwettbewerb - und der Abschied des herausragenden Jury-Sprechers


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 28/14 vom 09.07.2014

Startnummernastrologie gehört seit jeher zum Fixbestand des Bachmannpreises. Die Frage, ob es besser ist, zu Beginn oder zum Schluss der Veranstaltung zu lesen, hat durch statistische Auswertung von insgesamt 26 Wettbewerben, wie sie Kathrin Passig gemeinsam mit Angela Leinen vorgenommen hat, eine überraschend klare Antwort erhalten: "Die Wahrscheinlichkeit, den Bachmann-Preis zu gewinnen, ist bei einem Lesetermin am Freitag fast fünfmal so hoch wie am Donnerstag, und am Samstag immer noch dreimal so hoch."

Diese Tagesstatistik wurde auch heuer fortgeschrieben: Von den fünf am Donnerstag angetretenen Kandidatinnen und Kandidaten wurde lediglich Gertraud Klemm mit einem Preis bedacht, wohingegen die Folgetage jeweils zwei Preisträger hervorbrachten.

Michael Fehr (Freitag) durfte gar gleich zweimal abcashen: Für seinen Auszug aus dem Provinzdrama "Similiberg", den der Mann mit dem eindrucksvoll heiseren Schwyzer Timbre im Stile einer Spoken-Word-Performance vortrug, erhielt er nicht nur

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