Die Tage der Dattel

Derzeit begehen die Muslime den Ramadan. Da heißt es fasten und enthaltsam sein. Protokoll eines Fastenbrechens

Stadtleben | Begegnungen: Anna Holl | aus FALTER 28/14 vom 09.07.2014

Die Datteln stehen bereit. Der Krug ist wegen des kalten Wassers angelaufen. Rund um den braunen Holztisch im Restaurant Momen im ersten Bezirk sitzen fünf Frauen. Sie haben seit 17 Stunden nichts gegessen, es ist der sechste Tag des Ramadan. Die Frauen warten auf den Sonnenuntergang. Täglich wird dann das Fasten mit Datteln und Wasser gebrochen.

Im Ramadan dürfen Muslime 30 Tage lang von Sonnenaufgang bis -untergang nicht essen und trinken. Beim genauen Errechnen der Uhrzeiten hilft eine eigene Ramadan-App.

"Wir haben uns heute für Steak entschieden", sagt Tuba, 31, Geschäftsführerin der Muslimischen Jugend Österreich. Das Gespräch des heutigen Abends: Meleks Babybauch und ihre Diplomarbeit. Jasna spricht vom heutigen WM-Spiel und den zwei algerischen Fußballern, die fasteten, obwohl sie als Reisende eigentlich befreit waren. Der Goalie stellte sich eine Schüssel Datteln neben das Tor. Als die Zeit des Sonnenuntergangs gekommen war, aß er sie.

Auch im ersten Bezirk ist es so weit.


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