WM-Tagebuch Ballnotizen

Die alten Märchen und die modernen Zeiten

Johann Skoceks Gedanken zum großen Ereignis

Stadtleben | aus FALTER 28/14 vom 09.07.2014

Das einzige Tor in allen Viertelfinali, das einer fließenden Aktion entsprang, erzielten die Argentinier. Am Freitag fielen die Treffer aus drei Freistößen und einem Elfer. Auch gute Teams tun sich immer schwerer, disziplinierte Gegner auszukombinieren. Sie greifen zu Listen, wie der notorische Fußballbetrüger Arjen Robben (NED), sie checken, rammen, stoßen den Gegner mit Hüfte, Knie und Ellbogen. Brasiliens Stürmer Neymar wurde vom kolumbianischen Verteidiger Juan Zuniga mit erhobenem Knie von hinten niedergetreten. Ein Lendenwirbel brach, Neymar wird lange Zeit nicht mehr spielen. Die dem Spiel immanente Gewalt, früher vom Respekt vor den Regeln halbwegs in Grenzen gehalten, äußert sich in körperlicher Brutalität und Arglist. Die Kicker, von nationaler Hysterie (Zuniga erhielt Morddrohungen), opportunistischen Medien und Millionenverträgen gierig gemacht, scheren sich nicht mehr um Regeln. Fair Play? Ein Märchen aus längst vergangenen Tagen.


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