Kommentar Überwachung

Die Anonymität im Netz behagt weder der NSA noch unseren Richtern

Ingrid Brodnig | Falter & Meinung | aus FALTER 28/14 vom 09.07.2014

Wer Galgenhumor versteht, muss fast schon lachen: Ausgerechnet jene, die sich vor der NSA schützen wollten und Anonymisierungssoftware wie Tor herunterluden, werden nun mit umso höherer Wahrscheinlichkeit überwacht.

Die NSA stuft all jene als "Extremisten" ein, die Software wie Tor verwenden. Sie überwacht die Webseite des Tor Projects. Das fanden die deutschen Sender NDR und WDR heraus, zum Schrecken der Datenschützer.

Denn Tor ist absolut legal. Dieses Programm ermöglicht anonymes Surfen und wird sogar vom US-Außenministerium mitfinanziert, damit Dissidenten in anderen Staaten von ihren Regimen nicht verfolgt werden. Auch die Verfasserin dieser Zeilen hat Tor installiert und behauptet von sich, nicht sonderlich extremistisch zu sein. Ehrenwort.

Ein Unbehagen gegenüber Tor zeigt nicht nur der US-Geheimdienst, sondern auch das Landesgericht für Strafsachen in Graz: Dieses verurteilte nun einen Grazer Informatiker zu drei Jahren Bewährung, weil er einen Tor-Server zur Verfügung gestellt

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