Schreiben und Scherzen

Neue Bücher

Feuilleton | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Nach dem Bergsteigerliebesdrama "Das größere Wunder" veröffentlicht Thomas Glavinic den Band "Meine Schreibmaschine und ich" mit seinen Poetikvorlesungen. Schön daran ist, dass er gar nicht versucht, großartige Theorien des Schreibens zu wälzen, sondern den Leser über seine Schulter blicken lässt und ein Selbstporträt des Autors am Schreibtisch liefert. So erfahren wir, dass Glavinic die ersten Fassungen seiner Bücher bis heute noch auf einer Schreibmaschine tippt. Erst ab der dritten Fassung kommt das Notebook ins Spiel. Lustig sind die Passagen, in denen Glavinic aus dem Nähkästchen des Literaturbetriebs plaudert und sich als erstaunlich bescheiden zu erkennen gibt: "Wenn man mich zu Lesungen einlädt, verlange ich nicht viel. Ich will ein anständiges Hotel, das ist mal das erste. Nein, das zweite. Das erste ist das anständige Honorar. Je höher, desto besser, das mag ich. Und das zweite ist das anständige Hotel." SF

Thomas Glavinic: Meine Schreibmaschine und ich. Bamberger


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