"Warum steckt er dann kein Kind in die Mikrowelle?"

Romantiker und Misanthrop, Hardcore-Vegetarier, Wundersänger und Vollpfosten: Morrissey ist wieder einmal zurück

Feuilleton | Rezension: Gerhard Stöger | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Didgeridoo-Gebrumme, seltsames Geklapper und ein bedrohlich-schweres Schlagzeug: "World Peace Is None of Your Business" fängt ungewöhnlich an. Nach gut 30 Sekunden löst sich das spröde musikalische Szenario in harmonischen Midtempo-Gitarrenpop auf und der Gesang setzt ein.

Es ist nicht einfach nur Gesang, der da im Titelstück des Albums erklingt; es ist jenes steinerweichende Jubilieren, das die schönste Stimme im britischen Pop der letzten 30 Jahre auszeichnet: jene von Steven Patrick Morrissey, den alle Welt nur unter seinem Nachnamen kennt.

Doch was singt der für Weltekel, Narzissmus und Ambivalenz bekannte 55-jährige Brite da?"Arbeite hart und zahl stets deine Steuern, aber frag bloß nicht, wofür" unter anderem. "Die Reichen müssen reicher werden, die Armen arm bleiben. Oh, du armer kleiner Narr, jedes Mal, wenn du zur Wahl gehst, unterstützt du diesen Prozess: ob in Brasilien oder in Bahrain, in Ägypten oder der Ukraine."

Das kann man als beißende Kritik eines Unbeugsamen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige