Kommentar Gendern

Sie sprechen von der Freiheit und meinen den Zwang

Falter & Meinung | Ruth Eisenreich | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Proteste gegen "von oben her verordnete Vorschriften" und "Zwangsmaßnahmen" kommen immer gut an. Das wissen auch jene Lehrer und Uni-Professoren, die am Montag einen an Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) gerichteten offenen Brief gegen das geschlechtergerechte Schreiben publiziert haben. Darin tun sie so, als kritisierten sie Zwänge - dabei wollen sie Möglichkeiten abschaffen.

Etwa 360 Männer und 440 Frauen, darunter Promis wie der Philosoph Konrad Paul Liessmann, der Verfassungsrechtler Heinz Mayer und die Schauspielerin Chris Lohner haben den Brief unterschrieben. Wer ihn aufmerksam liest, stolpert bald nicht nur über Diktaturvergleiche, unbelegte Behauptungen und merkwürdig-entlarvende Formulierungen ("Rückkehr zur sprachlichen Normalität","traditionsgemäße Anwendung" von Sprache), sondern auch über Logikfehler.

Die Autoren vermischen - ob aus Schlampigkeit oder aus Kalkül - zwei Ebenen der Debatte.

Indem sie


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