TV-Kolumne

Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Den ersten Preis der Fußball-WM-Kommentatoren gewinnt Mehmet Scholl (ARD). Der ehemalige Fußballprofi analysierte die Spiele mit Sachverstand und Ironie; seine Einschätzungen wirkten persönlich, nicht besserwisserisch. Eine kritische Meisterleistung war Scholls Unbehagen gegenüber der Schamlosigkeit von Reportern, die Filmaufnahmen von den Spinden der Fußballer gemacht hatten. Auf Platz zwei folgt der SRF-Journalist Gilbert Gress, der die Spiele trocken, aber respektvoll kommentierte. Der französische Ex-Profi sollte übrigens an der WM 1966 teilnehmen, durfte aber nicht. Er hatte es nämlich abgelehnt, seine langen Haare schneiden zu lassen.

Gress blieb aufmüpfig; im SRF-Studio weigerte er sich nämlich, seine superhässliche Alurandbrille abzusetzen. Der drittbeste WM-Kommentator war Oliver Kahn (ZDF), dessen abgeklärte Sicht charmant wirkte. Zitat: "Es gibt doch noch andere Dinge im Leben als eine Fußball-WM."


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