Computermaus zu Opernhaus

Der Architekt Wolfgang Bürgler ironisiert in einem Bildband die grassierende Verwandlung von Architektur in Markenware

Feuilleton | Text: Armin Thurnher | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Architektur wird zunehmend austauschbar. Immer stärker lässt sie sich vom Visuellen dominieren, während alle anderen Sinne, die in der Architektur genauso gefordert wären, verkümmern. Das sagt der Architekt Wolfgang Bürgler (LIMITarchitects), der dieser Einsicht in seinem jetzt erscheinenden Buch "Shape" Rechnung trägt, oder mit ihr abrechnet, je nachdem.

Bürgler braucht dazu keinen Text. Er nimmt nur hervorragend designte Gegenstände unseres Konsumlebens, vergrößert sie maßstabentsprechend und setzt sie in eine Stadtlandschaft - fertig ist das Signature-Architekturprojekt.

Eine Computermaus? Wäre doch ein prima Opernhaus! Ein Rattansessel? Ein eleganter Wolkenkratzer für die dritte Welt. Eine Lampe von Foscarini? Vergrößert ergäbe sie ein fetziges Frank-Gehry-Museum.

Jedem klein auf der linken Seite dargestellten und ausgeschilderten Objekt steht auf der rechten Seite eine Montage gegenüber, die Bürgler gemeinsam mit dem Grafiker Richard Oberriedmüller hergestellt hat.


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