Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Pop

Eno & Hyde: High Life

Ihre erstes gemeinsames Album klang, als hätte Brian Eno nur ein paar liegengebliebene Ideen aus den 1990ern aufgegriffen. Gerade einmal zwei Monate später legen er und Underworld-Mann Karl Hyde ein umso zwingenderes Werk vor: Enos Faible für Ethno- und Afro-Beat eint es mit jenen wunderschönen Melodien, die er seit seinen ersten Soloalben alle paar Jahre auspackt. Nebenbei übertrumpft Eno seine Arbeitgeber: "Return" ist die Nummer, die Coldplay nicht gelingen will, "Lilac" würde U2 gut stehen. (Warp) SF

Pop

Diamond Version: CI

Es mag schon sein, dass Maschinen warm klingen und Gefühle zeigen können. Olaf Bender und Carsten Nicolai halten davon aber nicht viel. Ihr Label Raster-Noton steht für Denkertechno und Konzeptkunstnähe; ihr 2011 ins Leben gerufenes Duo setzt auf mal tanzbaren, mal experimentellen Techno der düster-schroffen Art, lustig kontrastiert durch Songtitel, die Werbeslogans und Lebenshilferatgebern entnommen sein dürften. Überraschung: Mittendrin singt Pet Shop Boy Neil Tennant ein altes Gospelstück. (Mute) GS

Klassik

Thomas Larcher: What Becomes

Für den Tenor Mark Padmore hat Thomas Larcher elf Lieder geschrieben, sie erzählen von der Natur und der Stille der Berge und klingen zerbrechlich und transparent, also ideal für Padmores klare und expressive Stimme. Larcher selbst begleitet ihn am Klavier, seine Werke für Piano solo überlässt er Tamara Stefanovich. Bei "Smart Dust" darf sie sich auf einem eigens präparierten Klavier austoben, während Larcher in den winzigen und sehr stimmungsvollen "Poems" wieder ganz in die Tonalität zurückkehrt. (HM) MDA


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