Fastfood im Schneckentempo

Das Hamburgerlokal McDonald's bringt die Kunden neuerdings durch Wartezeiten und Konzeptkunst ins Grübeln

Stadtleben | Stilkritik: Matthias Dusini | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Bitte warten. Das kennt man aus Gourmetlokalen und kommunistischen Stahlwerksmensen, aber doch nicht von der Schnellbrutzelkette McDonald's. Zuerst die Bestellung aufgeben. Dann die Rechnung mit Bestellnummer entgegennehmen. Drittens: Sobald Ihre Nummer am Bildschirm oberhalb der Abholzone erscheint, ist Ihre Bestellung fertig. Na Mahlzeit!

Die McDonald's-Filialen rüsten derzeit auf ein neues Bestellsystem um. Jede Speise soll frisch zubereitet werden, was dazu führt, dass der Kunde warten muss, bis der Koch oder die Köchin fertig ist. Nach der Kampagne für die Verwendung lokaler Produkte und der Erweiterung der Salatpalette ist dies ein weiterer Schritt, um das Junkfoodimage loszuwerden.

Früher versteckten sich die Pommesarbeiter hinter den Küchengeräten, nun sieht man sie an der Fritteuse stehen. Jedes Fleischlaberl, jede Erdäpfelspalte - nur für dich! Das Fastfood im Schneckentempo birgt einen weiteren performativen Widerspruch in sich. Denn die frische Zubereitung suggeriert


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