Steuerflucht: über große Multis und giftige Zwerge

Mindestens 130 Milliarden Euro entgehen den Staaten jährlich durch Steuervermeidung. Der Ökonom Gabriel Zucman erklärt, wie leicht man die Steueroasen trockenlegen könnte

Politik | Bericht: Robert Misik | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Unter den Reichen bricht Panik aus. Ab dem Jahr 2017 schon könnte sich das Gros der Industrie- und Schwellenländer gegenseitig über die Kapitalerträge ausländischer Kunden informieren - zumindest ist das so geplant. Aber schon jetzt, nach den spektakulären Fällen Klaus Zumwinkel, Alice Schwarzer und Uli Hoeneß, wird vielen Schwarzgeldbesitzern das Pflaster zu heiß.

In kleinen Päckchen oder ganzen Kofferraumladungen schmuggeln sie ihr Geld aus der Schweiz heim. 2013 haben deutsche Zöllner die Rekordsumme von 573 Milliarden Euro sichergestellt. Eine Dame hatte sogar eine Rolle 500-Euro-Scheine in einem Kondom in ihrer Vagina über die Grenze bringen wollen.

Die Finanzplätze, die sich mit ihrem Bankgeheimnis und vielerlei Tricks auf Steuervermeidung spezialisiert haben, schaden den anderen Staaten gleich auf vierfache Weise: Erstens bieten sie reichen Privatleuten eine Möglichkeit, ihr Geld zu verstecken. Zweitens sind sie dadurch hauptverantwortlich dafür, dass auch in den "normalen"


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