Kunst Kritiken

Wenn das Zwielicht auf das Dekorum fällt

Lexikon | NS | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Ein Blick in eine Allee bei Vollmond ist das Erste, das die Einzelschau von Luisa Kasalicky preisgibt. Das Foto hängt als Wandtapete im ebenerdigen Raum der Galerie nächst St. Stephan und bietet einen Vorgeschmack auf die Hell-Dunkel-Kontraste der "Invitrospektive" betitelten Schau. Den ersten Saal trennt die Künstlerin mit einem dunkelblauen Vorhang ab, der mit einem Liniengeflecht bestickt ist. Diese "Zeichnungen" stammen ebenso aus Kasalickys letzter Personale im Linzer Lentos Museum wie der quasiabstrakte Film "Intro: desiderio", der die damalige Lichtinstallation rhythmisiert und mit elektronischem Sound unterlegt. Die Gemälde und Collagen der Ausstellung können sich vor diesen einprägsamen Raumarbeiten eher schlecht bewähren und wirken wie Beiwerk. Die "Invitrospektive" funktioniert offenbar im Zwielicht am besten.

Galerie Nächst St. Stephan, bis 9.8.


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