Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Klaus Nüchtern ist weg, diese Kolumne ist noch da, sie ist leer, es ist 17: 34 Uhr am Produktionsmontag und Florian Klenk kommt mit einem Lächeln ins Bürozimmer. Unbedarfte könnten seine gen Himmel gerichteten Mundwinkel als nette Geste deuten, aber wenn Florian Klenk um diese Uhrzeit lächelt, dann bedeutet das nichts Gutes. Nein, es bedeutet: Arbeit.

"Kannst du die Nachrichten aus dem Inneren schreiben", vernimmt man die Stimme des grinsenden Chefredakteurs, und sie geht am Ende des Satzes nicht nach oben. Das bedeutet erstens: Das war keine Frage. Zweitens: Er will sie nicht schreiben. Und drittens: Er hat ein Opfer gefunden.

Gut, wer soll die leer gebliebene Kolumne denn sonst zukleistern? Brodnig, Kralicek, Nüchtern, Tóth? Alle auf Urlaub. Thurnher, Wittstock, Wurmdobler - in den Sommerabend geflüchtet. Eisenreich? Hängt noch am Kommentar. Dusini und Stöger? Hört man auch noch in die Tasten hauen. Und Gepp? Der sagt, er hätte vor zwei Jahren einmal eine gute Idee für die Nachrichten aus dem Inneren gehabt, aber sie falle ihm nicht mehr ein. Und dann sagt er: "So, ich hau jetzt ab." Alles klar, schönen Abend noch!

Die Sache ist die: Diese Kolumne ist ein heikles Unterfangen, denn ihr herkömmlicher Schreiber Nüchtern hat die Latte in all den Jahren immer höher geschraubt. Da braucht man eine gute Idee. Da kann man nicht einfach so drauflosschreiben - auch wenn man schon heim will. Aber worüber soll man berichten? Und wie beginnen? Ach egal, ich schreibe erst mal die Namenszeile hin:


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