Glatt & Verkehrt Tipp

Die Simbabwe-Krems-Connection

Lexikon | SF | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Der Begriff "Zupfidiofone" bezeichnet weder etwas Unanständiges noch ein modernes Telefon, sondern eine Gattung von Musikinstrumenten, zu der auch das Lamellofon vulgo "Daumenklavier" zählt. Bei diesem traditionellen afrikanischen Instrument handelt es sich um ein Brett oder einen Resonanzkasten, auf dem mehrere Lamellen befestigt sind, die mit den Fingern gezupft werden. Es gibt in den einzelnen Staaten verschiedene Ausprägungen davon, in Simbabwe etwa ist das Instrument als "Mbira" bekannt.

Als Virtuosin und gleichzeitig Erneuerin der Mbira gilt in ihrer Heimat die junge Musikerin und Sängerin Hope Asike. Sie sucht auch den Austausch mit Europa, hat in Norwegen gelebt, ist nun oft in Frankreich anzutreffen und betreibt zusammen mit österreichischen Kollegen seit kurzem das Projekt Kunzwana #1. Es erwuchs aus einer Reise der drei heimischen Improvisationsmusiker Franz Hautzinger (Trompete) Werner Puntigam (Posaue) und Isabelle Duthoit (Klarinette) durchs südliche Afrika im heurigen Frühjahr. Neben Asike mischen noch ihre Landsleute Josh Meck (Bass), Blessing Chimanga (Schlagzeug) und Othnell "Mangoma" Moyo (Perkussion) mit. Der Livemitschnitt eines frühen Auftritts in Johannesburg klingt sehr scharf und weist neben freieren Passagen und Fusion-Elementen auch überraschend viele funkige Parts auf.

Seine große Österreich-Premiere erlebt das Projekt beim Weltmusikfestival Glatt&Verkehrt in Krems. Zum Start des Hauptprogramms bietet man dort am Mittwoch einen Schwerpunktabend mit aktuellen Sounds aus Afrika. Neben Kunzwana #1 sind Jupiter & Okwess International aus Kinshasa sowie die vom deutschen Technopionier Mark Ernestus im Senegal entdeckten Trommler Jeri-Jeri &Mbene Diatta Seck zu hören, die einen ganz eigentümlichen, zwingenden Groove pflegen.

Winzer Krems, Mi 18.00


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