Dank sei Karl-Heinz Grasser!

Der ehemalige Finanzminister soll angeklagt werden. Sein Verfahren hat diese Republik ein Stück moderner gemacht

Falter & Meinung | Kommentar: Florian Klenk | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Fünfhundertfünfzig Einvernahmen, 150 Anordnungen des Staatsanwalts, 60 Hausdurchsuchungen, 30 Rechtshilfeersuchen an die Justizbehörden in sieben Staaten, 146 Aktenbände, neun Terabyte an beschlagnahmten Daten, eine polizeiliche Sonderkommission, ein parlamentarischer U-Ausschuss, 18 Beschuldigte, darunter der ehemalige Finanzminister der Republik Österreich und zwei der ehemals mächtigsten Manager:

Die Ermittlungen gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser sind abgeschlossen, ein Anklageentwurf liegt im Justizministerium. Nur per Weisung kann Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) ein Gerichtsverfahren noch verhindern. Das wird der ehemalige Strafverteidiger aber nicht tun.

Gerald Denk, der medial nie in Erscheinung getretene zuständige Staatsanwalt der Wirtschafts-und Korruptionsstaatsanwaltschaft, wird also freie Hand haben und den ehemaligen Finanzminister, seine engsten Freunde und Berater sowie die einflussreichsten Manager dieses Landes wegen Bestechlichkeit anklagen dürfen.


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