Buch der Stunde

Neue Kunde vom Buch des Tages und der Stunde

Feuilleton | Thomas Leitner | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

Was bewegt Menschen, Schriftsteller zumal, Tagebuch zu schreiben, und warum sollen/wollen/werden wir dies alles lesen? Eine fragmentarische Rundschau über mannigfaltige Motive und Schreibhaltungen liefert der Literaturwissenschaftler Michael Maar.

Er geht dabei über den zeitlichen Rahmen, den der Titel vorgibt, hinaus und spannt den Bogen vom elisabethanischen Urvater aller Journale, Samuel Pepys, bis zu Wolfgang Herrndorfs zunächst als Blog und 2013 posthum als Buch erschienenem Krankheitsbericht "Arbeit und Struktur".

Buchhalter des Alltäglichen stehen da neben Bekennern und Zeitzeugen, Reiseaufzeichnungen treffen auf Traumbücher, Philosophisches vermischt sich mit Tratsch, Eitelkeit und Exhibitionismus. Konvolute wie jene von Pepys und Thomas Mann kontrastieren mit Minuskeln wie Gottfried Kellers einzigen beiden Einträgen (im ersten erklärt er, dass von nun an Tagebuch geschrieben wird, weil ohne gar nichts ginge; Jahre später vermerkt er, dass daraus nun leider nichts geworden


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