Stadtrand

Beim Regen kommen die Leut zsamm

Birgit Wittstock findet, dass so ein Sommergewitter auch etwas Verbindendes hat

Stadtleben | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

In Wien wird ja generell gerne und viel über das Wetter geraunzt - ob es nun heiß oder kalt ist, ist dabei egal. Dass das heuer kein wirklicher Sommer sei, sondern eigentlich mehr ein langgezogener April, das hat man in den vergangenen Wochen schon oft gehört. Wirklich treffend war diese Einschätzung am Tag des großen Fußball-WM-Finales: Am späteren Nachmittag war der Meidlinger Bruno-Kreisky-Park bereits von ein paar Fans belagert, die für den Abend vorglühten. Dazwischen die übliche Sonntagsmischung: türkischstämmige Frauen mit Kopftuch und kleinen Kindern, ein paar jugendliche Drogenkonsumenten und einige Pensionisten. In Grüppchen, alle möglichst weit voneinander entfernt. Plötzlich kam der große Wolkenbruch und alles flüchtete in die U4-Station, wo man schließlich eine gute Stunde miteinander festsaß. Patschnass wurden dann die letzten Zigaretten geteilt, gemeinsam das Wetter bemotzt und über das bevorstehende Match gefachsimpelt. Vorübergehend war man eine Gemeinschaft mit einem gemeinsamen Feind: dem Regen, der die Leut zsammbracht hat.


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