Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Nachgesehen

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 29/14 vom 16.07.2014

352,2 Millionen Euro für das verfallende, ehrenwerte Haus

Vergangenen Herbst trug Anton Habrich einen weißen Kübel durch die prächtige Säulenhalle des österreichischen Parlaments, er stellte ihn zwischen der sechsten und siebenten Mamorsäule, linke Reihe, ab. "Es hat dort heruntergetropft", sagt Habrich. Seit 29 Jahren werkt er im Hohen Haus und muss mitansehen, wie sein Arbeitsplatz verfällt.

Nun streift Habrich durchs Dachgeschoß, vorbei am Schild mit der Aufschrift "Nicht hinaufsteigen ohne Unterlage", die Zeit hat den schlechten Bodenbelag gewölbt, von den Wänden bröckelt der Putz. Und im Zwischenraum über der Säulenhalle, wo das Regenwasser stand, hängt nun eine Plastikfolie als Tropfschutz.

Lange debattierten die Abgeordneten über die Zukunft des Gebäudes. In der Vorwoche einigten sie sich darauf, es um 352,2 Millionen Euro sanieren zu lassen. 2017 sollen die Bauarbeiten beginnen. Dann wird das Parlament wieder in einen gesetzeskonformen Bauzustand gebracht.


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