Pressekolumne

Wie gedruckt

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 30/14 vom 23.07.2014

Das Wort "Unabhängig" druckt die Kronen Zeitung jeden Tag aufs Neue in Großbuchstaben auf die Titelseite, man findet es gleich im roten Logo. In einer Zeit, in der die Parteiblätter nicht nur tot, sondern schon vollständig verwest sind, fragt man sich, warum sich ein Medium überhaupt noch mit dem U-Wort schmücken muss. Möglichkeit A: Um sich von Zeitungen abzugrenzen, die das Wort "Abhängig" im Logo führen. Möglichkeit B: Um dem Krone-Leser zu versichern, dass man wirklich total UNABHÄNGIG ist, wenn er zweifelt. Und zweifeln muss der Krone-Leser ja öfter. Etwa wenn Politikchef Pándi, wie am Freitag, eine recht fade Geschichte über den Koalitionsstreit schreibt. Da darf der rote Minister Ostermayer gegen die ÖVP sticheln, bekommt aber trotzdem das Image des besonnenen Streitschlichters verpasst. Andererseits: Kein anderer unabhängiger Journalist kann Ostermayer so gut einschätzen wie er: Pándis Gattin arbeitet ja in Ostermayers Büro.


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