Erlösung eines Dichters

Der in Wien lebende Kärntner Autor und Ex-Verleger Alfred Goubran erlebt als Songwriter einen späten Frühling

Feuilleton | Porträt: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 30/14 vom 23.07.2014

Der letzte Falter-Artikel über Alfred Goubran datiert aus grauer Vorzeit. Wolfgang Paterno porträtierte den in Wien lebenden Kärntner im Jahr 2000 als streitlustigen Betreiber des Literaturverlags edition selene. Damals war Goubran Mitte 30, ging jedoch einer Beschäftigung nach, die man eher mit Männern im etwas fortgeschrittenen Alter in Verbindung bringt.

Heuer wurde er 50 - und feierte mit dem Album "Die Glut" seinen späten Einstand als deutschsprachiger Singer/Songwriter im Zeichen von poetischen Texten vorgetragen mit Tom-Waits-Stimme. Mit Bob Dylan gesprochen: ein klarer Fall von "Ah, but I was so much older then / I'm younger than that now". Vielleicht ist Goubran aber auch einer, dem Maßstäbe wie altersadäquate Beschäftigungen gar nicht gerecht werden. "Ich falle aus der Zeit" lautet die vielleicht prägnanteste Zeile des Albums.

Gestresst hat er sich mit seinem Outing als Sänger und Songschreiber jedenfalls nicht. "Ich habe immer schon Musik gemacht", erzählt er beim


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