Phettbergs Predigtdienst

Wenn wer in Wien Künstler ist

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Kolumnen | aus FALTER 30/14 vom 23.07.2014

Statt im Yogananda-Tempel gewesen zu sein, war ich bei einer ganz anderen Gottheit: "Wohnt in unzugänglichem Licht " Tex Rubinowitz machte im Stadtkino Wien, 1., Akademiestraße 13, eine große Kunstaktion aus der Wiederholung seiner Bachmann-Lesung 2014: "Wir waren niemals hier." Er hatte so etwas mit, das aussah wie ein winzigkleiner schwarzer Plattenspieler. Und der alle Musik, die er vorspielen wollte, abspielen konnte. Wahrlich wahrlich wahrlich, in meinem Kindheitskatechismus steht: "Gott wohnt in unzugänglichem Licht."

Da heute auch Moritz Kienesberger & Konrad & Roland Panagger & Harry Ecke &Sir eze über Tex Rubinowitzens "Wir waren niemals hier" staunen konnten, weiß ich nun den Satz, den ich vorige Woche so inbrünstig suchte: "Es überfordert." Kurz und gut: Tex Rubinowitz wohnt in unzugänglichem Licht. Ich knie ich knie ich knie. Als Zugabe las Tex seinen Artikel im Standard über den Eurovision Song Contest 2014. Egal, was Tex sagt, schreibt und zeichnet, dieser Satz trifft immer genau zu, und zwar: "Er wohnt in unzugänglichem Licht." Wenn wer in Wien Künstler ist, dann ist es er.

Als wir zurückkamen von der Lesung im Stadtkino, rief mir der Chef vom Le Pho zu: "Hier sind Gutscheine für Sie von Herrn Peter L.!" Ich bin in der Tat so weit, dass ich für jeden Groschen Geld, den ich fürs Essen verwenden darf, nun dankbar bin, sehr geehrter Herr Peter L.! Ergebenst, Ihr elender Hermes Phettberg. In der ganzen 29. Kalenderwoche spricht Julya Rabinowich auf Ö1 "Gedanken für den Tag" um 6.56 Uhr. Früher wären solche Texte prophetisch genannt worden und in der Bibel gelandet. Die Frauen werden Priestinnen, Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle gehörten verheiratet, wenn sie es wollten.

Heute, am 16. Sonntag im Jahreskreis, ging es laut Matthäus darum, dass Gott, der Herr, überall besten Weizen gesät hat, doch in der Nacht kam der "Feind" und säte überall Unkraut. Doch der "Herr" ist voller Güte und Klugheit und lässt alles wachsen. Und dann sagt der "Herr":"Wenn dann geerntet werden wird, werde ich das Unkraut in Ballen verbrennen lassen, und den Weizen könnt ihr mir dann in die Scheune bringen." Bin ich Unkraut oder Weizen?

Phettbergs Predigtdienst ist auch über www.falter.at zu abonnieren. Unter www.phettberg.at/gestion.htm ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


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