Das Tönen und Wüten

William Faulkners Familienroman "Schall und Wahn" ist harter Stoff. Aber da muss man durch

Feuilleton | Südstaatenreport: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 30/14 vom 23.07.2014

Der Einstieg fällt alles andere als leicht. Wer spricht hier, wo befinden wir uns, und was zum Geier ist überhaupt los? Das erste Kapitel von "Schall und Wahn" zählt zu den Gustostückerln der US-Literatur. Doch allein wegen der unangekündigten Zeitsprünge ist es unmöglich zur Gänze zu erfassen. Ein zeitgenössischer Leser meinte zu William Faulkner, selbst nach drei Lektüren bliebe noch einiges rätselhaft. "Read it four times" lautete dessen Antwort.

Das ist schon der erste Grund, warum man Faulkner heute mehr denn je lieben muss: Es ist herrlich, wie viel er dem Leser zumutet. Erklärt wird in dem 1929 erschienenen Werk nichts, weder das Tun noch die Motivation der Figuren. Für das Verständnis der Handlung essenzielle Hinweise sind en passant im letzten Viertel eingestreut. Oder es treten zwei Figuren mit dem gleichen Vornamen auf. Und Faulkners Wortschatz war auch nicht von schlechten Eltern.

"Schall und Wahn" ist ein Südstaaten-Roman. Faulkner verbrachte dort sein ganzes Leben;


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