Am Apparat

Wird es für Hühner bald noch enger, Herr Herzog?

Telefonkolumne

Politik | Interview: G. Pölsler | aus FALTER 30/14 vom 23.07.2014

Seit Monaten laufen Tierschützer Sturm, vor wenigen Tagen zeigte der Verein gegen Tierfabriken (VGT) am Stephansplatz einen Mistkübel voll Hühner, die in einem Betrieb verendet sein sollen: "an den Haltungsbedingungen gestorben". Nun plane Gesundheits- und Tierschutzminister Alois Stöger (SPÖ), noch mehr Tiere pro Quadratmeter unterzubringen. Was genau im Gespräch ist, erklärt der zuständige Beamte Ulrich Herzog.

Herr Herzog, laut NGOs plant das Ministerium, die Besatzdichte von Hühnern von 30 auf 39 Kilogramm pro Quadratmeter zu erhöhen, bei Puten von 40 auf 60 Kilo. Stimmt das?

Nein, die Branche fordert bei den Hühnern 36 Kilo. Bei den Puten wollen sie drei Tiere pro Quadratmeter, das wären etwa 60 Kilo. Darüber gibt es aber nur Gespräche, entschieden ist gar nichts.

Die Erhöhung ist ein Kompromissangebot, damit die Branche bei einem Tiergesundheitsprogramm mitmacht?

Es geht bei diesem Programm um die Erfassung von Tierschutzindikatoren und um die Reduktion von Salmonellen, Campylobacter und den Einsatz von Antibiotika. Dieses Programm ist bereits in Umsetzung. Aber es wird nicht von allen Betrieben gemacht, da es auf Freiwilligkeit basiert. Wir wollen das flächendeckend umsetzen. Im Gegenzug äußert die Geflügelwirtschaft natürlich auch ihre Interessen.

Den Konsumenten ist Tierschutz immer wichtiger; warum überlegt ausgerechnet das Tierschutzministerium, noch mehr Hühner in die Hallen zu pferchen?

Uns geht es um mehr Tiergesundheit und damit auch um die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten. Gleichzeitig wollen auch wir, dass unsere hochqualitativen heimischen Betriebe wettbewerbsfähig bleiben. Denn international ist die Dichte durchwegs höher.

Wann ist eine Entscheidung zu erwarten?

Es gibt regelmäßig Gespräche zur Geflügelmast. Diese sind abzuwarten.


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