Braune Krähe, schwarzer Tod

Wie die Spieler von "The Village" den Wiener Prater in einen Abenteuerspielplatz verwandelten. Nur Elisabeth kannte den Zauber

Feuilleton | Reportage: Julia Seidl | aus FALTER 30/14 vom 23.07.2014

Ganz in Schwarz gekleidet, umringt von Zuschauern, steht eine Frau auf einer Wiese in der Prater-Hauptallee und klingelt mit einer Kuhglocke. Ihr Name ist Elisabeth. Sie ist die Schlüsselgestalt in der Nesterval-Inszenierung "The Village - ein Abenteuer in der Stadt".

Das Läuten ist das Zeichen für den Auftritt der "Krähen": In sandfarbene Umhänge gekleidet, mit Vogelmasken auf dem Gesicht, laufen 20 Darsteller aus dem Wald heraus auf die 130 Teilnehmer der interaktiven Schnitzeljagd zu, umkreisen sie und geben tierähnliche Laute von sich. Plötzlich schreit jemand: "Flieht!" und die Menge zerstreut sich. Denn wer von den Krähen berührt wird, verliert eines seiner zwei Leben.

Bei der Mischung aus "Räuber und Gendarm" und Improvisationstheater sind die Zuschauer Teil des Geschehens. Thema an diesem Abend: Wien, 1920. Eine Seuche hat die Stadt befallen. Krähen verbreiten die Krankheit unter den Menschen. Nur Elisabeth hat die Macht, die Vögel zurückzupfeifen. Aber sie hat ihr Gedächtnis


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