"Lieber Gott, lass mich bloß nicht wahnsinnig werden!"

Die Salzburger Festspiele erzählen mit einer Oper vom Schicksal der deutschen Malerin Charlotte Salomon

Feuilleton | Vorbericht: Miriam Damev | aus FALTER 30/14 vom 23.07.2014

Der Mensch sitzt am Meer. Er malt. Eine Melodie kommt ihm plötzlich in den Sinn. Indem er sie zu summen beginnt, bemerkt er, dass die Melodie genau auf das, was er zu Papier bringen will, passt. Ein Text formt sich bei ihm, und nun beginnt er die Melodie mit dem von ihm gebildeten Text zu unzähligen Malen mit lauter Stimme so lange zu singen, bis das Blatt fertig scheint." Mit diesen Worten begann Charlotte Salomon ihr autobiografisches Stück "Leben? oder Theater?".

Vor einigen Jahren stieß der französischen Komponist und Dirigent Marc-André Dalbavie auf das Werk und begann sich mit der tragischen Lebensgeschichte der jüdischen Malerin zu beschäftigen, die nach der Pogromnacht im November 1938 aus Berlin zu ihren Großeltern nach Südfrankreich floh. Bald entstanden erste musikalische Skizzen, die sich langsam verdichteten und zu klingenden Landschaften heranwuchsen.

"Faszinierend, wie es ihr gelungen ist, ein autobiografisches Gesamtkunstwerk zu schaffen, in dem sie Malerei, Dramaturgie,


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