Ins Mark

Die Pause hätten wir verdient

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 30/14 vom 23.07.2014

Dieser Tage erfährt man aus lokalen Medien wieder, was Politiker so im Urlaub treiben. Der Landeshauptmann will etwa seinen Garten pflegen und sich seinen Enkelkindern widmen. Weil nicht Wahljahr ist, wagen sich einige ins Ausland. Am weitesten weg, nämlich nach Kanada, will ausgerechnet FP-Chef Gerhard Kurzmann. Auf der Homepage wünscht er einen "erholsamen Sommer".

Schön wär's, doch sein frischgebackener Klubchef spuckt lieber rechte Töne. Hannes Amesbauer, ehemals Obmann des Ringes Freiheitlicher Jugend, fand in der Kleinen Zeitung "den Zugang von Jörg Haider zur Saualm (...) sehr reizvoll". Die Rede ist von jenem Asylheim in der kärntnerischen Pampa, in dem die Volksanwaltschaft gravierende Missstände feststellte und das 2012 geschlossen wurde. Schon zuvor wollte Amesbauer Asylwerber "abschotten" und "kasernieren", bettelnde Roma bezeichnet er im Landtag schon mal als "Zigeuner". Überraschend ist das nicht, die steirischen Freiheitlichen gelten als weit rechts, Kurzmann stand etwa stets zu seiner Mitgliedschaft in der Kameradschaft IV, einer Veteranen-Organisation der Waffen-SS. Und der Grazer Parteichef und Stadtrat Mario Eustacchio erklärte, er werde immer zuerst Burschenschafter und dann erst Politiker sein.

Zu einem ganz anderen Thema meldete sich indes ein Grazer "Szene-Wirt" zu Wort: In der Grazer Woche meinte Michael Schunko, statt Bargeld solle man den Bettlern Marken geben, mit denen sie zweckgebunden etwa Lebensmittel einkaufen könnten. Stellen sich zwei Fragen: Soll dann auch das Trinkgeld in seinen Lokalen zweckgebunden werden? Und wollen die obengenannten Herren nicht endlich Sommerpause machen?

Donja Noormofidi ist Redakteurin im Steiermark-Falter


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