Seinesgleichen geschieht

Zum Kampf um die Sprache: weniger Empfindlichkeit, mehr Empfindsamkeit!

Der Kommentar des Herausgebers

Falter & Meinung | Von Armin Thurnher | aus FALTER 30/14 vom 23.07.2014

Ob es mir gelingt, einen Text über geschlechtsneutralen Sprachgebrauch zu schreiben? Schwierig, denn schon beim Wort geschlechtsneutral stutze ich. Ich will ja nicht geschlechtsneutral schreiben, warum sollte ich? Ich möchte so schreiben, dass sich kein Geschlecht von den zahlreichen existierenden (ich habe längst aufgehört mitzuzählen) aufgrund meiner Schreibweise gekränkt oder zurückgesetzt fühlt.

Neutral zu schreiben hieße, mit dem Schiedsrichter im Kopf zu schreiben. Ob Schiedsrichter gute Schreiber sind, weiß ich nicht. Rechthaber sind es mitunter. Kaum einer schrieb besser als Karl Kraus, der rechthaberischste unter den Schriftstellern. Ein Rechthaber ist nicht jemand, der immer recht hätte, sondern jemand, der sich immer im Recht fühlt, der immer vermeint, recht zu haben, und sich deshalb rechthaberisch benimmt.

Das maskuline Genus scheint hier angebracht. Spräche ich von einer Rechthaberin, würde ich eine bestimmte weibliche Person meinen, die Rechthaber inkludieren


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