"PuBeR ist Gott"

Der Prozess gegen Renato S. offenbart das gewaltige Ausmaß des Falles Puber. Und wie Polizei und Staatsanwaltschaft an der Aufarbeitung scheiterten

Stadtleben | PROZESSBERICHT: GEORG ECKELSBERGER | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Ein P, ein U, ein B, ein E und ein R ... mit Herzerl. Machen Sie so Herzerl?", fragt Richter Wilhelm Mende den Sprayer Renato S. und hält ein Foto der stadtbekannten fünf Buchstaben in den Gerichtssaal. "Nein, das war ich nicht", sagt S. Es geht um die Nummer 62 von 232 möglichen Sachbeschädigungen, die dem 30-jährigen Schweizer am vergangenen Mittwoch und Donnerstag am Landesgericht Wien zur Last gelegt wurden. "Holz hacken" nennt Richter Mende das Beweisverfahren zu Beginn: In zwei Tagen arbeitet er gemeinsam mit dem Beschuldigten mühsam die einzelnen Anklagepunkte durch, bewegt sich damit "an der Grenze eines führbaren Verfahrens". Dabei plagt sich Mende weniger mit den knappen Antworten des Beschuldigten ("kann sein","weiß es nicht", "war ich nicht") als mit dem "Nummerierungschaos", das Polizei und Staatsanwaltschaft im Strafantrag hinterlassen haben. "Ich mache hier dreifache Buchführung", sagt Mende genervt.

Am Ende des Holzhackerverfahrens kommt Renato S., der laut Anklage


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