TAUSENDSIEBENHUNNDERT gegen NEUNZEHN

1700 Polizeibeamte, ein paar Punks und ein skrupelloser Immobilienspekulant: eine richtige Wiener Geschichte

Politik | REPORTAGE: SIBYLLE HAMANN BERNHARD ODEHNAL | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Gestern Abend schliefen Katharina und ihr Freund noch in einem beschaulichen Wohnviertel in der Leopoldstadt ein. Aufgewacht sind sie in einer Szenerie wie aus einem Kriegsfilm. Ein lautes Knattern und heulende Sirenen wecken sie auf. Was ist da los? Katharina und ihr Freund ducken sich vorsichtig am Schlafzimmerfenster, schauen hinaus und sehen: Ihr Innenhof ist belagert. Dutzende Einsatzwagen der Polizei stehen an der Hausmauer, Mannschaftszelte mit Ausrüstung und Verpflegung in der Mitte. Die Polizisten stehen in Reih und Glied und hören eine Rede in schneidendem Kommandoton.

"Sehr gefährlich" sei die Situation und "sehr gewalttätig" die Leute, mit denen man es gleich zu tun bekäme, "wir müssen uns gut schützen", bläuen die Kommandanten den Beamten ein. An den genauen Wortlaut kann sich Katharina nicht mehr erinnern. Wohl aber an das Gefühl: "Mir haben die Knie geschlottert. Allein der Tonfall! Wenn ich als Polizistin nach dieser Ansprache auf die Straße hinausgehen hätte müssen


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