André Malraux' "Imaginäres Museum" prägte das Bild von moderner Kunst


REZENSION: MATTHIAS DUSINI
Feuilleton | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Der Münchner Kunsthistoriker Walter Grasskamp nimmt in seinem neuen Buch "André Malraux und das imaginäre Museum" ein berühmtes Magazinfoto unter die Lupe. Es zeigt den französischen Kunstschriftsteller und Kulturminister André Malraux (1901-1976), wie er in seinem Pariser Salon rauchend am Schreibtisch lehnt. Vor ihm auf dem Boden ausgebreitet sind die Seiten eines Kunstbuches: Malraux als lässiger Weltkunstkurator.

Der 1947 erschienene Band "Le Musée imaginaire" popularisierte die Gattung des reich bebilderten Kunstbuchs, des Museums zwischen zwei Buchdeckeln. Die deutsche Übersetzung des Bandes prägte im Nachkriegsdeutschland -und wohl auch in Österreich nach 1945 - die Vorstellung von moderner Kunst. Die erste Documenta 1955 in Kassel übernahm Malraux' ahistorische Bildkonfrontationen. Für das entnazifizierte Publikum war das Nebeneinander von "Negerplastiken" und Picasso eine Sensation.

Grasskamp zeigt, wie fantasievoll, man könnte auch sagen manipulativ, der Autor prähistorische

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