Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Pop

Sébastien Tellier: L'Aventura

Nach Anfängen als moderner Chansonier hat sich Sébastien Tellier zuletzt auf Fahrstuhlmusik für Anspruchsvolle verlegt. Das ist kein Vorwurf, verfügt der dandyhafte Franzose doch über ein rares Gefühl für Stimmungen. Sein von einem Brasilien-Aufenthalt beeinflusstes neues Album beruft sich auf Tropicália-Sounds der 1970er, ohne diese nachzuahmen. Der akustische Trip durch den Dschungel klingt bei Tellier wie der exquisite Soundtrack zu einem Regenwald-Softporno. (Record Makers) SF

Pop

Common: Nobody 's Smiling

Der auch als Schauspieler erfolgreiche US-Rapper Common wurde in den 1990ern mit Hip-Hop bekannt, der seine Wurzeln im Funk und Soul klar ausstellte und inhaltlich auf Reflexion und Storytelling anstatt auf dicke Hose setzte. "Real" hat genau diesen Sound, doch es ist erst das achte von zehn Stücken des neuen Albums. Davor geht es reduziert und düster zur Sache, von Perspektivlosigkeit und Verlusten ist die Rede. Das ist einmal mehr sehr gut, nur eben weitgehend frei von Wohlfühl-Vibes. (Def Jam) GS

Pop

King Creosote: From Scotland with Love

Kenny Anderson alias King Creosote hat in weniger als 20 Jahren rund drei Dutzend Songwriter-Alben aufgenommen. Das neueste ist ein ganz besonderes, liefert es doch nicht nur den Soundtrack, sondern auch die narrative Ebene zu einer Filmdokumentation über seine Heimat Schottland, die ausschließlich aus Footage-Archivmaterial erstellt wurde. Das muss man aber alles gar nicht wissen, um mit diesem zarten Folkpop, der zwischendurch auch einmal ordentlich losjubilieren kann, seine Freude zu haben. (Domino) GS


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