Punkterl Die Glosse vom Falter

Meinung | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Wenn sich die technischen Möglichkeiten von sozialen Netzwerken mit der alten österreichischen Freude an der Vernaderung vermischen, wie sie sich hierzulande da und dort noch aus Metternich'scher Zeit herübergerettet hat -dann freuen wir uns über sympathische Resultate.

Zum Beispiel in der neuen Facebook-Gruppe "Anti Radfahrer". Der Name allein hat ja schon eine gewisse Aussagekraft. Stellen Sie sich vor, Sie radeln gegen die Einbahn - was, seien wir uns ehrlich, in dieser Stadt manchmal unvermeidlich ist. Gut möglich, dass sich später ein Foto von Ihnen auf "Anti Radfahrer" findet. Mögliche Beschriftung: "Erwischt! Floh gegen die Einbahn vor der Polizei und bespuckte dabei noch rechtschaffene Autofahrer."

In diesem Stil reiht sich auf "Anti Radfahrer" eine Sünde an die nächste. Aber es wäre falsch, den Unterstützern nur Destruktivität zu unterstellen. Nein, sie tun auch was. Sie geben einander Tipps, wie man gegen die Radfahrerplage vorgehen könnte. "Staberl zwischen die Speichen", empfiehlt zum Beispiel einer. "Wirkt Wunder." F


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