Beisl Der steirische Gourmet

Eine kulinarische Pastorale

Steiermark | BEISLTEST: GÜNTER EICHBERGER | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Nicht alles liegt in Fastfoodketten oder geht im Pizza-Pasta-Mahlstrom unter. Es gibt ein verstärktes Bemühen um die traditionelle regionale Küche, deren Bewahrung oder Verfeinerung.

Was für Proust die Madeleine, ist für unsereinen etwa eine Schöberlsuppe: Der Geschmack beschwört die eigene Kindheit herauf. Es gibt aber auch Rezepte, von denen man noch nie gehört hat, weil sie über ihren steirischen Graben nicht hinausgekommen sind. Etwa die "Aufg'setzte Henn", ein Bauerngericht, das in der Nähe von Eibiswald nach wie vor auf den Tisch kommen soll, wie wir aus gewöhnlich gut informierten Kreisen erfahren haben.

Das Gasthaus Weiß-Novak liegt schön abgelegen auf einem Hügel. Zur Einstimmung gibt es eine Rindsuppe ( € 2,80) mit flaumigem Leberknödel, der nicht wie andernorts zum steinharten Wurfgeschoß taugt. Die Forelle mit Sterzmehlhaut (€ 7,60) ist leicht schlammig, stammt also definitiv nicht aus einer Aquakultur. Und dann kommt die Spezialität: ein gefülltes Brathendl ( € 23,60), einem Haufen blättrig geschnittener Erdäpfeln "aufg'setzt". Mit der wirklich wunderbarsten Semmelfülle seit Jugendtagen!

Resümee Eine kulinarische Pastorale, von hauseigenem Schilcherweinbrand und Tausendguldenkrautschnaps mild beglückend begleitet. F

Gasthaus Weiß-Novak 8552 Sterglegg 23, Tel. 03466/427 87, Do Ruhetag, warme Küche auf Vorbestellung, knass.ingrid@aon.at


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