Wieder gelesen Bücher, entstaubt

Politik | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Als Palästina noch ein Land war In der Berichterstattung über den Gaza-Krieg glänzen viele Medien nicht mit Weitblick: Über der Auflistung immer neuer Raketentreffer/Bombardements und über etliche gescheiterte Vermittlungsversuche hinweg bleiben die Hintergründe des Konflikts und seine historisch-gesellschaftliche Einordnung auf der Strecke. Da hilft nur -wie so oft -das Lesen eines guten Buchs.

In "Es war einmal ein Palästina" schildert der israelische Historiker Tom Segev meisterhaft und fair die zunehmende Konfrontation zwischen Juden und Arabern in den letzten Jahren der britischen Mandatsherrschaft. Er zeigt, wie kompromiss-und gleichsam alternativlos der jüdische und arabische Nationalismus in den Krieg gegeneinander rutschten. Das Buch hat alles, was ein gutes Geschichtswerk braucht: Der Blick für große Entwicklungen vereint sich mit immensem Quellenstudium -und der Fähigkeit, hochspannend zu beschreiben. Unerlässlich für ein fundiertes Verständnis der aktuellen Konflikte. JG

Tom Segev: Es war einmal ein Palästina. Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels. Pantheon 2006,669 S., € 15,40

Das Weltbild der Hamas Wie tickt die Hamas und was will sie? Aufschluss darüber gibt ihre 1988 veröffentlichte Charta. "Der Jüngste Tag wird nicht kommen, bis die Muslime gegen die Juden kämpfen und sie töten" heißt es in Artikel 7. Laut Artikel 22 stecken die "Zionisten" hinter beiden Weltkriegen, Artikel 32 zitiert die berüchtigte antisemitische Hetzschrift "Die Protokolle der Weisen von Zion" als Quelle für die Existenz einer jüdischen Weltverschwörung. Und in Artikel 13 heißt es: "Es gibt keine Lösung des palästinensischen Problems außer durch den Dschihad. () Internationale Konferenzen sind Zeitverschwendung." R E

Charter of the Islamic Resistance Movement (Hamas) of Palestine. Online abrufbar etwa unter palestine-studies.org/files/pdf/jps/1734.pdf (auf Englisch)


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