Allein durchgeschlagen: wo junge Flüchtlinge ein neues Zuhause finden

Politik | ANNA HOLL | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Allein letztes Jahr stellten mehr als 900 unbegleitete Jugendliche unter 18 Jahren einen Asylantrag in Österreich. Im Haus "Sidra" des Samariterbundes im zwölften Bezirk leben 30 von ihnen. Nach fast einem Jahr Betrieb gab es vergangenen Mittwoch die feierliche Eröffnung.

Abseits vom Medienrummel zogen die minderjährigen Asylwerber seit August 2013 nach und nach in das ehemalige ÖBB-Lehrlingsheim ein. "Eine verfrühte Feier wäre nicht sinnvoll gewesen", sagt Hausleiter Christian Ellensohn. Bei der Eröffnung kritisierte Sozialstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) die niedrigen Ausgaben für die Grundversorgung sowie fehlendes Engagement bei Bund und Ländern. Während Wien mehr Asylwerber aufnimmt, als die Quote des Innenministeriums vorgibt, sind andere Bundesländer noch säumig.

Im Haus Sidra kommen zwei Drittel der Burschen aus Afghanistan. Alle warten auf ihren Asylbescheid. Das einmalige Budget pro Asylweber reicht für circa sieben Monate Deutschkurs, für den Rest der oft jahrelangen Verfahren fehlt das Geld. Sieben Burschen können die Schule besuchen. Weniger Glück haben die Älteren: Sie könnten zwar eine Lehre machen, aber ohne gute Deutschkenntnisse ist eine Stelle schwer zu bekommen. F


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