Götzendienst für einen Scharlatan

Der russische Maler Nikolai Roerich verehrte Wikinger und wurde in Tibet zum Guru. Die Schau "Silver Age" im Belvedere zeigt einige seiner Bilder

Feuilleton | PORTRÄT: NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Im vergangenen Jahr sorgte ein Marienbild bei Bonhams in London für einen Auktionsrekord. Erst bei sensationellen 7,9 Millionen Pfund (rund 9,9 Millionen Euro) fiel der Hammer für das Gemälde "Madonna Laboris" von Nikolai Roerich. Das tiefblaue Temperabild war 1931 im indischen Kullu-Tal entstanden, wo der Sankt Petersburger Künstler seit Anfang der 1920er-Jahre lebte. Nun zeigt die Schau "Silver Age" im Belvedere einige Werke des Maler-Mystikers, dessen hollywoodreife Vita der Journalist Ernst von Waldenfels in seinem Buch "Nikolai Roerich. Kunst, Macht und Okkultismus"(Osburg Verlag) aufgezeichnet hat.

Schon die Wiener Kunstkritikerin Berta Zuckerkandl (1864-1945) war von Roerichs Gemälden beeindruckt. Als sie 1908 die damalige Schau russischer Kunst in der Secession besprach, hob sie die Rückbesinnung auf die Nationalkultur hervor. Am tiefsten würde Roerich in der Vergangenheit schürfen: Seine Bilder der nordischen Prähistorik erzählten von der "tragischen Mystik der Menschheit",


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