Wie die Linke auf falsche Bahnen geraten ist

Antiinstitutionelles Sektierertum mag romantisch sein - aber gegen den Neoliberalismus hilft es nicht, kritisiert Chantal Mouffe

REZENSION: ROBERT MISIK | Politik | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Chantal Mouffe ist in der akademischen, unorthodoxen, radikalen und kunstaffinen Linken, in der man das elementare Dagegensein hochhält und mit normaler Politik -notabene Parteipolitik -schon aus Lebensstilgründen nichts zu tun haben will, seit Jahren eine große Nummer. Bedenkt man, wie schnell man in den Augen der Bewohner dieser nicht immer unhysterischen Blase vom guten Radikalen zum bösen reformistischen Verräter werden kann, ist es erstaunlich, nein: regelrecht mutig, wie Mouffe in ihrem neuesten Buch gegen den Common Sense dieses Justemilieu anschreibt.

"Agonistik" markiert zwar keine Wende in Mouffes Denken, aber doch ein Ankommen im Sozialdemokratischen -jetzt nicht im Parteisinn, aber im Ideensinn. Jenen, die einen horizontalen, antiinstitutionellen Aktivismus einer "Multitude" hochhalten und (irgendwie "revolutionär") die Repräsentationsmodelle der "alten Linken" kritisieren, sagt sie: "Was wir infrage stellen müssen, ist nicht die Idee der Repräsentation an sich, sondern

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