Noch ein Geschäft: Männerheft

Eine neue Illustrierte mit dem Titel Manual versteht sich als "Handbuch für den Mann"

Stadtleben | REZENSION: CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 31/14 vom 30.07.2014

Es gibt Magazine für Männer, in denen es vor allem um Fleisch geht (weshalb sie dann auch Beef oder Meet heißen). Es gibt Männer-Ableger großer Modemagazine wie Vogue. Es gibt die klassischen Männerhefte mit erotischen Aufnahmen (für Heteros und Schwule), und es gibt neuerdings auch Illustrierte, die sich komplett dem "neuen" Typ Mann verschrieben haben: dem Vollbartträger, der Jeans aus japanischem Denim und schwere Tweedjacken aus England trägt und natürlich schmerzhaftes Arbeiterschuhwerk aus Amerika.

Für die Zielgruppe, die wahrscheinlich lieber Wandern und Zelten geht als Wellnessferien macht, lieber selbst angelt und schlachtet als zum Veganer zu gehen und sich im Barber Shop immer nur die Bartspitzen schneiden lässt, gibt es schon seit längerer Zeit mit The Herritage Post ein deutschsprachiges Magazin. Nun setzt sich auch ein großer Verlag aufs kernige Kerle-Thema. Dabei wird aus der kleinen Manufaktur eine Art Manufaktum-Megastore.

Diese Woche präsentierte Gruner & Jahr ein Magazin mit dem Titel Manual; vorne drauf auf der ersten Ausgabe: ein fröhlicher junger Mann im roten Wollpullover, mit Scheitel und Gesichtsbehaarung.

"Jetzt bist du dran", lautet der Untertitel des Produkts, dessen sachliches Layout sowohl zum kantigen Männerthema als auch zum Titel passt. Auf 132 Seiten, so der Verlag, wird von "authentischen, charakterstarken und trendbewussten Männern" berichtet und "Geschichten aus dem wahren Männerleben" erzählt.

Was das Männerheft zum Handbuch macht? Die Macher wollen dem Leser zeigen, wie er besprochene Themen -"In der Anzugmode ist Blau das neue Schwarz" - in sein eigenes Leben einbauen kann. Wie unkreativ. Oder, um es mit der Süddeutschen Zeitung zu sagen: "konzeptgewordene Bevormundung". F


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