Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Rogue Nation Brutal

Ein Juxstaat, in dem man sich dem Bierbrauen verschrieben hat

Stadtleben | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Newport im US-Bundesstaat Oregon ist Sitz von Rogue Ales. Seit Ende der 80er-Jahre hat man dort begonnen, mithilfe von Mo, einer älteren Dame, die an der West Coast bereits eine Art Kulturzentrum mit Restaurantbetrieb hatte, Bier zu brauen.

Mittlerweile verstehen sich die Eigentümer als Begründer der Rogue Nation. Sie schreiben in ihrer Unabhängigkeitserklärung, dass nicht alle Rogues gleich seien, es aber unveräußerliche Rechte gebe, wie freie Meinungsäußerung, die Abwesenheit von Bullshit und die Liebe zu gutem Bier. Das alles kommt im patriotischen Look daher und wirkt verstörend, noch dazu heißt das Braujuwel Rogue Nation Brutal, ein India Pale Ale, mit einer geballten Faust auf dem Flaschenetikett. Man setzt auf regionale Qualität ohne künstliche Zusätze und ist bemüht, den skurril wirkenden Rogue-Nation-Lebensstil nach außen zu tragen -mit Paraden auf Bierfestivals in Franziskaner-Mönchskutten und Star-Wars-Masken.

Im roguefarmsblog.wordpress.com wird man auf launige Weise über Ernte, die Liebe zu Bärten und sonstigen Rogue-Nation-Neuigkeiten informiert. Das Sortiment ist beträchtlich und reicht von Dead Guy Ale, ein Art Maibock, bis hin zu Vodoo Doughnut Bacon Maple Ale, ein mit Speck versetztes Brown Ale. Rogue Nation Brutal wird seinem Namen gerecht, eine bittere Herausforderung, die man aber nach dem fünften Schluck gerne annimmt.

Man schmeckt hernach ganz erfrischende und feine Aromen, Zitrone vielleicht, irgendetwas Fruchtiges. MS


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