Architektur Kritik

Auf den ersten Plätzen: Bauten mit Pokal

Lexikon | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Seit 1988 wird alle zwei Jahre der Mies van der Rohe Award vergeben, eine prestigereiche und hoch dotierte Auszeichnung, die die Leistungen arrivierter und aufstrebender Architekten würdigt. 2013 gewann das spektakulär verglaste Konzert-und Konferenzzentrum Harpa in Reykjavik von den Architekten Henning Larsen, Batteriid und Studio Olafur Eliasson. Unter den "emerging architects" wurde das spanische Büro Langarita-Navarro für seine Red Bull Music Academy in Madrid prämiert. Die Schau "Europas beste Bauten" zeigt nun die Preisträger sowie eine Shortlist von Finalisten aus den letzten 25 Jahren.

Schon allein die Gestaltungsvielfalt der Architekturmodelle lohnt den Ausstellungsbesuch: Während die Red Bull Music Academy, die aus mehreren Holzbauten besteht, sich als lustige kleine Papierbastelei präsentiert, hat Stararchitekt Rafael Moneo seinen Entwurf für einen Kursaal im baskischen San Sebastián in Bronze gießen lassen. Das als Glasblock gestaltete Modell für das Stadthaus Ostfildern von Jürgen Mayer H. lässt an einen Briefbeschwerer denken, wohingegen die Architektenduos Mansilla+Tuñón ihr Museum MUSAC in Form einer abstrakten Drahtstruktur veranschaulichen.

Spannende Projekte gibt es in der eher foto-als planlastigen Schau zuhauf. So könnte man als Wiener auf das Eye Filminstitut neidisch werden, das Delugan Meissl 2011 in Amsterdam gebaut haben. Der kristallin gestaltete Flachbau liegt wie geduckt am Flussufer, hat aber definitiv keine Angst vor einer ikonenhaften Setzung. Wer in Österreich ein preisgekröntes Gebäude besuchen will, muss nach Bregenz fahren. Dem Kunsthaus Kub von Peter Zumthor wurde 1998 der Mies van der Rohe Award verliehen. Die Schau fasst auch die 16 Nomierungen österreichischer Projekte zusammen. NS Architekturzentrum Wien, bis 15.9.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige