"Oberkörper freimachen!""Wie bitte?"

Schlüsselpersonen begleiten Landsleute ins Spital und erklären ihnen, wo sie Hilfe bekommen

Steiermark | REPORTAGE: GERLINDE PÖLSLER | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Workshops sind bei den Tschetschenen nicht gerade der Renner. "Hast du zu viel Zeit?", fragen sie ihre Landsfrau Raisa Reschidowa, wenn sie mit diesem Ansinnen kommt. Oder: "Was, wir sollen da sitzen?" Mit den Männern gehe es schon gar nicht: Einmal, als sich ein paar doch breitschlagen ließen, einen Infoabend zu besuchen, riefen sie von der Straße aus an: "Wir kommen doch nicht. Wir schämen uns." Umso öfter läutet bei der 46-Jährigen, die vor neun Jahren aus Tschetschenien zugewandert ist, das Handy. Frauen und Männer bitten sie, für sie zu dolmetschen oder sie ins Spital zu begleiten. Reschidowa ist eine der Outreach-Arbeiterinnen des Vereins Ikemba. Sie erklärt ihren Klienten, was sie tun sollen, wenn die Ärztin "Oberkörper freimachen" sagt. Oder dass man in Österreich als Erstes zum Hausarzt gehen soll und nicht in die Klinik.

Jede Community ist anders zu erreichen -bei den Afrikanern oder Rumänen geht sehr viel über Kirchen, da kommen am Sonntag schon 200 Leute. Und jede


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