Gelesen Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Frankreichs heimliche Königin Jeanne-Antoinette de Pompadour (1721- 1764) war eine der mächtigsten Frauen ihrer Zeit. Aus bürgerlichen Verhältnissen stammend, lebte sie als offizielle Mätresse des französischen Königs Ludwig XV. in Versailles, fungierte auch nach der Beendigung der Liebesbeziehung als seine Beraterin. Man sagt, Madame de Pompadour sei die wahre Herrscherin Frankreichs gewesen. Andrea Weisbrod zeichnet die politische Laufbahn dieser beeindruckenden Frau anhand von Porträts nach, die de Pompadour bei den wichtigen Künstlern ihrer Zeit in Auftrag gab. In der Zeit des Absolutismus ist Repräsentation alles, Porträts sind daher gemalte Machtverhältnisse. Das Buch vermittelt ein plastisches Bild höfischer Selbstdarstellung, vom Treue symbolisierenden Schoßhund bis zu den Büchern der Aufklärung, mit denen sich die Grande Dame selbstbewusst in Szene setzte.

MATTHIAS DUSINI

Andrea Weisbrod: Madame de Pompadour und die Macht der Inszenierung. Aviva, 206 S., € 20,45


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