Mediaforschung Verführungskolumne

Wie die Werbewelt auf das lächelnde Strichgesicht kam

Medien | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Zwei Punkte, darunter eine Kurve, und fertig ist das Smiley. Kaum ein Symbol hat sich so im Alltag des beginnenden 21. Jahrhunderts breitgemacht, das Smiley ist das dominierende Piktogramm des Internetzeitalters :-) ;-) 8-):-O :-D :,-)

Sein Schöpfer war angeblich Harvey Ball, der als Kriegsveteran eine Werbeagentur gründete. Anfang der 1960er-Jahre zählte eine Versicherungsagentur zu Balls Kunden, die ihre eingeschüchterten Angestellten nach einer feindlichen Übernahme wieder aufheitern wollte. Werber Ball malte im Jahr 1963 einen Kreis, zwei Punkte und einen geschwungenen Strich auf gelbes Papier und bekam dafür 45 Dollar. In der Versicherung liefen die Angestellten bald mit Smiley-Ansteckern herum und wurden wieder glücklich. Lachen steckt an, das belegt die Wissenschaft. Es ist wohl das Geheimnis hinter dem weltweiten Siegeszug des lächelnden Strichgesichts.

Glückliche Werbung, glückliche Kunden - das ist ein erfolgreiches Werbekonzept, das bis heute währt. Vorigen Sommer engagierte etwa der deutsche Kopfhörerhersteller Sennheiser die Agentur BBDO Düsseldorf für eine Plakatkampagne. Das Ergebnis war schlicht genial: schwarzer Kopfhörer auf gelbem Grund -und fertig war die Grinserei.

Für ihre aktuelle Kampagne kreierte auch die Raiffeisenbank Niederösterreich-Wien eine eigene Smiley-Variation: zwei Punktaugen und statt des Strichs ein Schnitzel. Bankenkrise, Kreditklemme -vergiss es! Wer das Schnitzelsmiley sieht, kann gar nicht mehr angfressen sein :-)


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