Der "Planet der Affen" und die ewige Wiederkehr des Blockbusterkinos

Feuilleton | FILMKRITIK: MICHAEL PEKLER | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Ein Film ohne viele Worte, doch die wenigen sind von umso größerer Bedeutung. Bereits in der 1968 mit "Planet of the Apes" eröffnenden fünfteiligen Saga war jener Moment, in dem die Affen zum ersten Mal sprechen, einer der wichtigsten der gesamten Filmreihe.

Dieser Augenblick stand für die endgültige Gleichstellung der Affen mit der menschlichen Spezies, die sich aufgrund ihrer Intelligenz selbst in die zivilisatorische Steinzeit gebombt hatte. "You maniacs! You blew it up!", schrie Charlton Heston vor den Trümmern der Freiheitsstatue -und damit setzte jener bis heute gültige Kreislauf ein, in dem sich die gesamte Affen-und Menschheitsgeschichte ständig um sich selbst dreht, ohne Anfang und Ende, und in dem jeder Weltuntergang als großes Finale zugleich eine kleine Episode darstellt.

Weil diese Logik vom ständigen Wiederbeginn auch jener des Blockbusterkinos entspricht, schließt die jüngste Fortsetzung "Planet der Affen - Revolution" nicht nur unmittelbar an ihren Vorgänger an (und beginnt zehn Jahre nach dem selbstverschuldeten Ende der Menschen in "Evolution" durch ein tödliches Virus), sondern stehen alle Zeichen auf Neustart: Die Affen unter der Führung von Caesar (Andy Serkis) leben so lange in Eintracht, bis sie auf eine Gruppe überlebender Menschen stoßen, die sich in San Francisco verbarrikadieren und ihre Hoffnung auf den besonnenen Malcolm (Jason Clarke) setzen.

Evolution, Revolution, Konterrevolution:

Die von "Cloverfield"-Regisseur Matt Reeves inszenierte Geschichte vom diesmaligen Kampf um die Vorherrschaft ist so klassisch gestrickt, dass man sich in einem Indianerwestern der 1950er-Jahre wähnt: Friedensverträge werden ausgehandelt und von Usurpatoren auf beiden Seiten gebrochen, während beide Anführer, Brüder im Geiste, sich der Vertrauensfrage stellen und menschliche Größe beweisen müssen - der Affe, und der Mensch erst recht. F

Ab 8.8. in den Kinos (OF-3D im Artis und Haydn)


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