Tod eines Teamspielers

In über 100 Filmen hat Harun Farocki die Macht der Bilder analysiert und Strategien für ein anderes Kino entworfen

Feuilleton | NACHRUF: MICHAEL OMASTA | aus FALTER 32/14 vom 06.08.2014

Was man gemeinhin unter Kino versteht, stammt im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert: der Guckkasten, die Storys, das Schauspiel. Und "19. Jahrhundert ist natürlich auch die ganze Rangordnung", hat Harun Farocki einmal bemerkt: "Spielfilme sind die Großmächte, ein Dokumentarfilm ist vielleicht Polen, und ein kurzer Dokumentarfilm ist nur so viel wert wie Dänemark."

Bleibt man bei dem Vergleich, so hat Farocki in allen diesen Ländern gearbeitet. Er hat an die 100 dokumentarische Essays gedreht, kurze und lange, fürs Kino und fürs Fernsehen; daneben hat er als Dramaturg und Co-Autor an den Spielfilmen von Christian Petzold mitgearbeitet, von "Pilotinnen"(1994) bis zu "Phoenix", der demnächst in die deutschen Kinos kommt. Zudem war er zwölf Jahre lang Mitherausgeber der legendären Zeitschrift Filmkritik, nahm 1997 und 2007 an der Documenta teil, kuratierte Filmreihen, gestaltete Videoinstallationen und wurde 2006 zum Professor für Film und Fernsehen an die Akademie der bildenden


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